Dienstag, 07.04.2020 11:50 Uhr

Die moderne Kirche als gesellschaftlicher Treffpunkt.

Verantwortlicher Autor: Dieter Scheppeit Hamburg, 01.02.2020, 17:23 Uhr
Presse-Ressort von: Dieter Scheppeit Bericht 4393x gelesen
Die Apostelkirche im Stadtteil Eimsbüttel
Die Apostelkirche im Stadtteil Eimsbüttel  Bild: Dieter Scheppeit

Hamburg [ENA] Lesezeit: 6 Minuten. Die Inspiration zu dem Artikel und der Headline "Die moderne Kirche als gesellschaftlicher Treffpunkt und Newsforum." kam mir während einer meiner regelmäßigen Besuche der Sonntags-Gottesdienste in der Apostelkirche, die sich im hamburger Stadtteil Eimsbüttel befindet.

Zu den Inhalten haben ganz sicher auch der Herr Pastor Michael Babiel durch seine eindrucksvolle Sonntagspredigt am 19. Januar 2020, aber auch der darauf gefolgte „Pop-Gottesdienst“ am 26. Januar 2020 mit einem herrlichen Gospelchor und der Frau Pastorin Gundula Döring beigetragen. Doch lassen Sie mich diese Geschichte bitte ein wenig weiter ausholen. Für mich ist der Sonntag der Tag, um die Seele ein wenig baumeln zu lassen, neue Gedanken zu schöpfen und neue nachbarschaftliche Kontakte zu knüpfen. In meiner eigentlichen Profession als psychologischer Berater und Personal Coach (bitte nicht mit dem Personal Trainer in einem Fitnessstudio vergleichen) studiere ich auch sehr gerne die Verhaltensweisen der Mitmenschen in meiner Umgebung.

Auf dem Weg zur Kirche traf ich einen Bekannten, dem ich schon sehr lange nicht mehr begegnet bin. Sofort erkannten wir uns wieder und er fragte mich: „Hallo Dieter, mit Hut und Mantel? Für wen hast Du Dich denn so schick gemacht?“ „Ich bin auf dem Weg zur Apostelkirche!“ erwiderte ich und traf auf großes Erstaunen. „Gehst Du etwa in die Kirche?“ Ich erwiderte: „Ja, natürlich. Was ist daran für Dich so ungewöhnlich?“ Seine Antwort, dazu mit einer abwinkenden Handbewegung: „Da gehe ich lieber in meine Stammkneipe und trinke ein paar Bierchen!“ Botschaften, die ich in meinem Spezialgebiet der Suchtberatung nicht nur täglich höre, sondern leider auch täglich wahrnehme.

Liebe Leser*Innen, ich möchte nun nicht den gesamten Dialog wiedergeben, stellte aber fest, dass dieser Bekannter schon seit 17 Jahren in diesem Stadtteil wohnhaft ist, aber noch nie den Gang in die Apostelkirche geschafft hat. Das wiederum ist für mich sehr erstaunlich, denn auch und insbesondere haben sich die evangelischen Kirchengemeinden zu einem modernen Treffpunkt für jung und alt entwickelt. Ein Treffpunkt, wo nicht nur Worte Gottes gepredigt, sondern auch Themen zum aktuellen Weltgeschehen angesprochen werden.

Der moderne Eingangsbereich in die Kirche
Der Gospelchor sorgt für eine positive Stimmung
Der Gesang aller Kirchenbesucher wird instrumentalisch begleitet

So sprach der Herr Pastor Michael Babiel über die Stichworte Januar 2020. Es war ein Speech voller News. News, die uns alle betreffen! News, die uns allen etwas angehen und die in den letzten 3 Wochen die Nachrichten beherrschten. Doch gibt es einen wesentlichen Unterschied, ob ich diese News in meinem Wohnzimmer auf dem Sofa sitzend, oder während eines Gottesdienstes live in der Kirche höre. Hier in der Kirche bin ich aufmerksamer und wacher. Hier in der Kirche verspüre ich einen größeren Drang aktiv zu Veränderungen beizutragen. Dieses positive Phänomen der anderen, der aktiveren Wahrnehmung bestätigen mir auch immer wieder die Kirchenbesucher, mit denen ich anschließend ins Gespräch komme.

Die Emissionen steigen weiter, der Klimawandel bedroht Umwelt gleichermaßen wie die weltwirtschaftliche Zukunft und die Menschheit insgesamt. Wenn ich mir dazu noch die neue McKinsey Studie zum Thema „Klimawandel und die Folgen“ mit verheerenden Prognosen für alles Leben auf der Welt anschaue, dann erkenne ich, dass wir uns alle viel mehr für dieses Thema interessieren, mit diesen Fakten auseinander- und für den Wandel einsetzen müssen. Er sprach über Greta Thunberg, dem Weltwirtschaftsforum, Fridays for Future, der grünen Woche in Berlin, den verheerenden Waldbränden in Australien und über Siemens, die die Technologie für eines der größten Kohlebergwerke in Australien liefert. Aber auch darüber, dass der Hambacher Forst erhalten bleibt.

Dennoch wurde betont, dass die Welt, auf der wir leben, wunderschön ist. Aber sie ist zweifelsohne bedroht! Es war keine negative oder beängstigende Sonntagspredigt, es war eine mahnende Erinnerung an den IST-Zustand, sowie eine klare und unmissverständliche Aufforderung an jeden einzelnen Besucher dieses Gottesdienstes, endlich etwas in seinem eigenen Umfeld zu verändern. Jede Veränderung beginnt bei einem selbst! Mir fällt dazu ein Zitat des Philosophen Konfizius ein:"Es ist besser, ein Licht zu entzünden, als auf die Dunkelheit zu schimpfen." Meine persönliche Interpretation dazu: "Schimpfe nicht auf den Müll, den andere Menschen in Deiner Umgebung hinterlassen, sondern räume ihn weg!"

Dass in der Kirche auch Live-Musik und tolle Stimmung sein können, stellte der „Pop-Gottesdienst“ am darauffolgenden Sonntag unter Beweis. Eine Musikband mit Schlagzeug, Saxophon, Synthesizer und Bassgitarre sowie ein ca. 25köpfiger Gospelchor sorgten für Stimmung und brachten die Gemeinde zum Schwitzen. Hinzu gab die Frau Pastorin Gundula Döring in Ihrer Sonntagsansprache als Kernbotschaft heraus, dass wir doch viel mehr die uns vorgegeben Grenzen ins Positive überschreiten und einander viel mehr helfen sollten. Ich persönlich kann an diesen Sonntags-Vormittags-Veranstaltungen weder etwas Negatives erkennen, noch kann ich sie als sinnlos vertane Zeit betrachten. Ganz im Gegenteil!

Für mich ist der sonntägliche Kirchenbesuch eine feste Institution. Ein Treffen mit Nachbarn und Freunden, wobei die dabei angesprochenen Themen anschließend bei einem Kaffee noch zu einer positiven Diskussionsrunde, ja sogar zu einem anregenden Brainstorming führen. Spontan werden Ideen, Konzepte und Aktionen erarbeitet, die die Lebensqualität der Bewohner*Innen in unserem Stadtteil eindeutig verbessern.

Meine Kernbotschaft zum Abschluss meines kurzen Berichts: Probieren Sie es doch auch mal aus, liebe Leser*Innen. Verlegen Sie doch auch mal Ihren „Frühschoppen“, hier gemeint als ein „traditionelles Beisammensein“ in die Kirche. Sie lernen dabei tolle Menschen aus Ihrer Nachbarschaft kennen, Menschen, denen Sie vielleicht noch nie begegnet sind und können durch anregende Gespräche wunderbar zu einem noch besseren Klima, einem noch besseren Zusammenleben in Ihrer Nachbarschaft beitragen. Es lohnt sich ganz sicher!

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.